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Stundenverrechnungssatz für Selbstständige & Handwerker

Berechne deinen notwendigen Stundenverrechnungssatz — inklusive Aufschlüsselung nach Personal-, Gemein- und Wagnis-Kosten. Für Selbstständige, Freelancer und Handwerker.

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Schritt 1 von 4Dein Betrieb

Dein Betrieb

Wer ist da und wer steht produktiv auf der Baustelle?

Warum überhaupt einen Stundensatz kalkulieren?

Der Stundenverrechnungssatz ist die zentrale Kennzahl jedes Betriebs, der Zeit an Kunden verkauft — vom Handwerker über den Berater bis zum Freelancer. Er sagt dir, was eine Arbeitsstunde mindestens kosten muss, damit alle Kosten gedeckt sind und noch etwas übrig bleibt für Gewährleistung und Gewinn. Wer ohne kalkulierten Satz Angebote schreibt, arbeitet im Nebel — häufig unter Selbstkosten, ohne es zu merken.

Warum nicht der ortsübliche Satz?

Der ortsübliche Satz ist das, was Kollegen im Umkreis nehmen — nicht das, was du brauchst. Betriebe mit anderer Kostenstruktur, mehr Verwaltung, teureren Fahrzeugen oder älterer Belegschaft haben andere Selbstkosten. Wer sich nur am Wettbewerb orientiert, kalkuliert seine eigene Insolvenz.

Was gehört in die Gemeinkosten?

Alles, was nicht direkt einer Baustelle zugeordnet werden kann: Miete für Büro und Werkstatt, Fahrzeug-Leasing, Kraftstoff und Versicherungen, Buchhaltung und Steuerberater, Software (Lohn, Angebote, Buchhaltungs-Cloud), Werbung, Marketing, Werkzeug-Abschreibung, Fortbildungen, Berufsgenossenschaftsbeiträge, Kammerbeiträge. Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Cyber, Rechtsschutz — alles Gemeinkosten.

Wie realistisch ist mein Produktivitätsgrad?

Das ist die härteste Frage in der Kalkulation. Ein Handwerker ist typisch 70–80 % seiner Anwesenheit produktiv beim Kunden. Der Rest ist Rüstzeit, Fahrzeit, Angebotserstellung, Reklamations-Bearbeitung, Werkstattzeit, Materialabholung. Wer 90 % ansetzt, betrügt sich selbst. Wer unter 70 % landet, sollte kritisch prüfen, ob die Abläufe wirklich so ineffizient sind — oder ob es Optimierungspotenzial gibt (Digitalisierung von Angeboten, Materialbestellung, Zeiterfassung).

Inhaber-Rolle: produktiv oder nicht?

Steht der Inhaber selbst auf der Baustelle, zählt er als produktiver Mitarbeiter — sein Lohn (bzw. Unternehmerlohn) ist Teil der Personalkosten. Arbeitet er überwiegend im Büro, Kundenkontakt, Angebote und Steuerung, dann gehört sein Lohn in die Gemeinkosten. Der häufigste Fehler in Online-Rechnern: den Inhaber sowohl bei den produktiven MA mitzählen als auch nochmal seinen Unternehmerlohn draufschlagen. Dann rechnet sich der Satz zu hoch und die Angebote werden nicht angenommen.

Was ist ein realistischer Wagnis-und-Gewinn-Zuschlag?

Faustregel: 8–15 %, im Mittel 10 %. Der Zuschlag deckt Forderungsausfälle, Gewährleistungsarbeiten, Reklamationen und den eigentlichen Betriebsgewinn. Wer 5 % ansetzt, arbeitet praktisch für die Deckung — im ersten schlechten Jahr ist der Zuschlag weg. Wer 20 % ansetzt, wird preislich nicht wettbewerbsfähig.

Und die eigene Absicherung?

Wer sein eigenes Einkommen einmal sauber durchrechnet, sieht schnell wie hoch der Verdienstausfall ist, wenn er selbst länger ausfällt. Genau deshalb ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige und mitarbeitende Inhaber praktisch unverzichtbar — ebenso ein Krankentagegeld, das die Zeit zwischen Krankschreibung und BU-Leistung überbrückt. Beides lässt sich in eigenen Rechnern auf dieser Seite kalkulieren, sobald sie online sind.

Häufige Fragen

Warum ist mein rechnerischer Satz höher als der ortsübliche?

Weil der ortsübliche Satz zeigt, was Kollegen im Umkreis abrechnen — nicht, was sie tatsächlich brauchen. Betriebe mit anderer Kostenstruktur, älterer Belegschaft, mehr Verwaltung oder teureren Fahrzeugen haben andere Selbstkosten. Wer sich rein am Wettbewerb orientiert, kalkuliert entweder seine eigene Insolvenz oder verschenkt Marge. Der ehrliche Weg: eigenen Bedarf rechnen und Preis dann bewusst positionieren.

Was gehört in die Gemeinkosten?

Alles, was nicht direkt einer Baustelle zugeordnet werden kann: Miete für Büro und Werkstatt, Fahrzeug-Leasing, Kraftstoff, Versicherungen, Buchhaltung und Steuerberater, Software (Lohn, Angebote, Buchhaltung), Werbung, Werkzeug-Abschreibung, Fortbildung, Berufsgenossenschaft, Kammer, Zinsen. Auch die Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung und Cyber-Deckung gehören dazu — nicht in die Personalkosten.

Wie ermittle ich meinen Produktivitätsgrad realistisch?

Am ehrlichsten mit einer Zeiterfassung über mindestens 4 Wochen, aufgeschlüsselt nach: verrechenbar / Rüstzeit / Fahrzeit / Werkstatt / Angebote / Reklamation / Sonstiges. Für einen ersten Eindruck reicht auch eine Woche. Realistisch für Handwerker sind 70–85 %; wer 90 % ansetzt, betrügt sich selbst. Wer deutlich unter 70 % landet, hat oft Optimierungspotenzial bei Digitalisierung von Angeboten, Materialbestellung und Zeiterfassung.

Zählt der Inhaber als produktiver Mitarbeiter?

Nur wenn er selbst auf der Baustelle steht. Ist er überwiegend im Büro, mit Kundengesprächen, Angeboten und Steuerung beschäftigt, gehört sein Lohn in die Gemeinkosten. Der häufigste Fehler in Online-Rechnern: den Inhaber sowohl bei den produktiven MA mitzählen als auch nochmal den Unternehmerlohn draufschlagen — dann wird der Satz zu hoch und die Angebote werden nicht angenommen.

Wie kalkuliere ich Anfahrt und Material?

Beides bewusst separat vom Stundensatz. Anfahrt als Pauschale oder km-Satz plus Fahrzeit, Material zum Einkaufspreis plus Handling-Aufschlag von typisch 10–20 %. Wer Material in den Stundensatz einrechnet, macht den Satz bei materialintensiven Aufträgen unrealistisch — und subventioniert Kunden mit hohem Zeitanteil quer.

Was ist ein realistischer Wagnis- und Gewinnzuschlag?

8–15 %, im Mittel 10 %. Der Zuschlag deckt Forderungsausfälle, Gewährleistungsarbeiten, Reklamationen und den eigentlichen Betriebsgewinn. Bei 5 % arbeitest du praktisch für die Deckung — im ersten schlechten Jahr ist der Puffer weg. Über 20 % wirst du preislich nicht mehr wettbewerbsfähig — es sei denn, du bist stark differenziert.

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