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Berufsunfähigkeit: benötigte BU-Rente berechnen

Ermittle deinen tatsächlichen BU-Bedarf — inklusive Verlauf über die Jahre und Gesamtkapitalbedarf bis zum Endalter.

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Warum die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht reicht

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente wird oft mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung verwechselt. Sie ist es aber nicht: Sie stellt darauf ab, ob du überhaupt noch irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben kannst — nicht auf deinen erlernten Beruf. Wer noch drei bis unter sechs Stunden täglich arbeiten kann, bekommt nur die halbe Rente. Wer nach 1961 geboren ist und nicht pflichtversichert (viele Selbstständige), hat oft gar keinen Anspruch. Deshalb ist die EM-Rente in diesem Rechner standardmäßig nicht abgezogen.

Warum eine Dynamik so wichtig ist

Eine BU-Rente von 2.000 € heute hat in 30 Jahren bei 2 % Inflation nur noch die Kaufkraft von rund 1.100 €. Wer heute in eine BU einsteigt und die nächsten 30 Jahre keine Dynamik vereinbart, verliert die Hälfte der realen Absicherung. Deshalb: Leistungs- und Beitragsdynamik im Vertrag prüfen und aktivieren, wenn finanziell möglich.

Was ist abstrakte Verweisung?

Ein BU-Vertrag mit abstrakter Verweisung erlaubt dem Versicherer, dich auf einen anderen Beruf zu verweisen, den du theoretischausüben könntest — auch wenn du ihn nie gemacht hast oder nicht dafür qualifiziert bist. Gute BU-Verträge verzichten auf abstrakte Verweisung. Das ist der wichtigste Bedingungspunkt und sollte unbedingt geprüft werden.

Bis zu welchem Alter absichern?

Das Endalter sollte zur Regelaltersgrenze passen — für die meisten also 67. Ein kürzeres Endalter senkt den Beitrag, hinterlässt aber eine Lücke, die genau in dem Alter aufreißt, in dem sich das Berufsunfähigkeits-Risiko erfahrungsgemäß am stärksten realisiert. Beitrags-Ersparnis heute rechnet sich selten gegen die Absicherungs-Lücke später.

Die BU-Rente ist steuerpflichtig

Auszahlungen aus der BU werden versteuert (Ertragsanteil). Bei freiwillig gesetzlich Versicherten fallen zusätzlich Sozialversicherungsbeiträge an. Beides mindert den Netto-Zufluss — der Rechner rechnet das bewusst nicht, weil die Parameter stark individuell sind, aber du solltest den Effekt bei deiner Planung einkalkulieren.

Für Selbstständige und Beamte

Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht sind auf die private BU angewiesen — es gibt kein staatliches Netz. Beamte haben eine eigene Regelung (Dienstunfähigkeit), die in den ersten Dienstjahren aber kaum Ansprüche gewährt. Auch hier ist eine private Ergänzung meist sinnvoll.

Häufige Fragen

Warum reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht?

Weil die EM-Rente etwas anderes absichert als eine BU. Sie fragt, ob du überhaupt noch irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben kannst — nicht, ob du deinen erlernten Beruf noch machen kannst. Wer noch 3 bis unter 6 Stunden täglich arbeiten kann, bekommt nur die halbe Rente. Für nach 1961 Geborene, die nicht rentenversicherungspflichtig sind (viele Selbstständige), besteht meist überhaupt kein Anspruch. Deshalb rechnet dieser Rechner die EM-Rente standardmäßig nicht mit.

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Faustregel: 70–80 % des monatlichen Nettoeinkommens plus alle laufenden Kreditraten, die im Fall der Berufsunfähigkeit weiterlaufen. Für Selbstständige tendenziell eher am oberen Rand, weil oft keine gesetzlichen Grundabsicherungen greifen. Wichtig: die Rente sollte mit Dynamik vereinbart werden, sonst frisst die Inflation die Kaufkraft — 2.000 € heute haben in 30 Jahren bei 2 % Inflation nur die Kaufkraft von rund 1.100 €.

Bis zu welchem Alter absichern?

Das Endalter sollte zur Regelaltersgrenze passen — für die meisten also 67. Ein kürzeres Endalter senkt zwar den Beitrag, hinterlässt aber eine Lücke genau in dem Alter, in dem das Berufsunfähigkeits-Risiko erfahrungsgemäß am stärksten steigt. Die Beitrags-Ersparnis heute rechnet sich fast nie gegen die Absicherungslücke später — Endalter unter 65 nur mit sehr guter Begründung.

Was ist abstrakte Verweisung?

Das Recht des Versicherers, dich auf einen anderen Beruf zu verweisen, den du theoretisch ausüben könntest — auch wenn du ihn nie gemacht hast oder nicht dafür qualifiziert bist. Der Handwerker mit Rückenschaden könnte dann theoretisch als Pförtner arbeiten und bekommt keine BU-Rente. Gute BU-Bedingungswerke verzichten ausdrücklich auf abstrakte Verweisung. Das ist der wichtigste Bedingungspunkt und muss bei jedem Vertrag geprüft werden.

Warum ist eine Dynamik wichtig?

Wegen der Inflation. Eine BU-Rente von 2.000 € heute hat bei 2 % Inflation in 30 Jahren nur noch die Kaufkraft von rund 1.100 €. Wer heute ohne Dynamik einsteigt und 30 Jahre nicht anpasst, verliert nahezu die Hälfte der realen Absicherung. Deshalb: sowohl Leistungs- als auch Beitragsdynamik im Vertrag prüfen und aktivieren, wenn es finanziell möglich ist. Die Dynamik kann später jederzeit ausgesetzt werden.

Ist die BU-Rente steuerpflichtig?

Ja, aber nur mit dem Ertragsanteil — bei Auszahlungsbeginn mit 40 Jahren beispielsweise mit 22 %, mit 60 Jahren nur mit 3 %. Für freiwillig gesetzlich Versicherte fallen zusätzlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Beides mindert die Netto-Rente. Der Rechner ignoriert diese Effekte bewusst, weil die Parameter stark individuell sind — bei der Bedarfsplanung sollten sie aber mitgedacht werden.

Was gilt für Selbstständige und Beamte?

Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht sind auf die private BU angewiesen — es gibt kein staatliches Netz. Beamte haben mit der Dienstunfähigkeitsklausel eine eigene Regelung, die aber in den ersten Dienstjahren praktisch keine Ansprüche gewährt und bei Referendaren, Beamten auf Probe und Beamten auf Widerruf große Lücken hat. Auch für Beamte ist eine private Ergänzung meist zwingend nötig, mit spezieller Dienstunfähigkeits-Klausel im Vertrag.

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